Basisseminar

Zielgruppe

Das Basisseminar richtet sich an alle Mitarbeiter von Einrichtungen der Sucht- und Altenhilfe und ist deswegen als Inhouse-Schulung mit flexiblem Zeitumfang konzipiert.


Zeitlicher Rahmen

Je Modul sind 1,5 h geplant. Jedes Modul ist in sich abgeschlossen, um jedoch eine sinnvolle, für die Praxis hilfreiche Schulung der Mitarbeiter zu erreichen, sollten mindestens die Module 1,3 und 4 gewählt werden. Sie erhalten zu allen Modulen Arbeitsmaterialien ausgehändigt sowie – falls gewünscht – auch die Handlungsempfehlungen als Datei. Die Schulungen sind kostenpflichtig.


Modul 1: Grundlagen und Einführung zum Thema „Sucht im höheren Lebensalter“

Die Teilnehmer erarbeiten gemeinsam eine Vorstellung von Menschen in höherem Lebensalter, die einen problematischen Konsum von Alkohol, Medikamenten und/oder Tabak entwickeln oder zeigen. Ihnen werden Spezifika des Suchtmittelkonsums bei Menschen im höheren Alter vermittelt. Sie verstehen, dass es auch für Menschen in fortgeschrittenem Alter sinnvoll ist, ihren Suchtmittelkonsum kritisch zu bilanzieren und gegebenenfalls zu verändern. Die Teilnehmer entwickeln für das Thema Interesse und beteiligen sich aktiv am Gruppenprozess.


Modul 2: Die Individualität des Alterns/ Grenzen und Herausforderungen des Alterns

Die Teilnehmer werden mit den individuell sehr vielfältigen Lebensbedingungen von Menschen höheren Alters bekannt gemacht, ihre Sicht auf und Vorstellung von Menschen in diesem vierten Lebensalter erweitert. Dabei soll eine Basis von Akzeptanz und Respekt gegenüber dem Alter gefördert werden. Die Teilnehmer gewinnen an Empathie gegenüber älteren Menschen. Vor dem Hintergrund der Würdigung langer Lebensgeschichten, sowie persönlicher Leistungen im Leben und daraus erwachsender besonderer Ressourcen (neben einer Akzeptanz von Einschränkungen und Verlusten) werden Inhalte zur Ethik des Alters vermittelt. In einem Reflexionsprozess werden solche den Teilnehmern auch erlebbar gemacht.

Ihr Verständnis für die spezifischen Anpassungsleistungen dieser Entwicklungsstufe, sowie für die Probleme älterer Menschen bei deren Bewältigung, wird durch Gruppenarbeit und Wissensvermittlung aufgebaut. Sie erkennen Suchtmittelkonsum als einen möglichen, jedoch destruktiven menschlichen Bewältigungsversuch.


Modul 3: Grundlagen der Abhängigkeitsentwicklung bei älteren Menschen

Die Fähigkeit der Teilnehmer zum Reflektieren eigener Gefühle und Gedanken, im Bezug auf ihren Alltag und Inhalte der Thementage, wird im Rahmen des Gruppenprozesses eingeübt. Wissen zu problematischem Suchtmittelkonsum im Bereich von Missbrauch und Abhängigkeit soll durch gemeinsames Erkunden von Erscheinungsformen (aus den individuellen Erfahrungen der Teilnehmer), sowie durch Vermittlung basaler Informationen, erklärend aufgebaut werden. Eventuell bereits vorhandene Informationen zu den beiden Themen:

a) Entwicklung einer Suchtmittelabhängigkeit,
b) Kriterien für die Diagnose einer Suchtmittelabhängigkeit,erfahren eine Ergänzung und werden auf eine theoretisch-wissenschaftliche Grundlage gestellt.


Modul 4: Umgang mit suchtkranken älteren Menschen/ Gesprächsführung

Die Teilnehmer erleben, wie sie über Suchtprobleme mit Menschen in höherem Lebensalter offen und konstruktiv sprechen können. Sie lernen das Modell eines möglichen Gesprächsverlaufs kennen und trainieren ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen daran im Rollenspiel. Sie verstehen, dass es nicht darum geht, der angesprochenen Person problematischen Suchtmittelkonsum nachzuweisen, sondern ihr Unterstützung anzubieten und ihre Bereitschaft zur Veränderung zu fördern.

Sie werden mit einem Modell der Entstehung von Depressionen und deren Häufung im höheren Lebensalter bekannt gemacht. Über den Zusammenhang von Suchtmittelkonsum und Depressionen, bzw. Angst, erwerben die Teilnehmer Grundwissen.


Modul 5: Fallarbeit/ kollegiale Fallbesprechung

Die Aufmerksamkeit der Teilnehmer für die emotionale Situation anderer Menschen wird gefördert, besonders ihre Wahrnehmung von depressiven Gefühlen und Angst. Sie lernen deren mögliche gedankliche Hintergründe, speziell bei Menschen in höherem Lebensalter, etwas differenzierter kennen. Die Teilnehmer entwickeln Ideen für einen hilfreichen Umgang mit bzw. Einfluss auf alte Menschen in solchen Schwierigkeiten, die sie im Alltag einsetzen können.
Sie erfahren, welche Schritte sie gehen sollten, wenn sie dabei Hinweise erhalten, welche Suchtprobleme oder Suizidgedanken bei alten Menschen vermuten lassen.

Die Seminarteilnehmer erarbeiten anhand eines konkreten Falles (aus ihrer Einrichtung) Ansatzpunkte für Veränderungen und Interventionsstrategien bei suchtkranken älteren Menschen.


Modul 6: Vernetzung zwischen Alten- und Suchthilfe / Handlungsempfehlungen

Die Teilnehmer erhalten Basisinformationen über Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten im Suchthilfesystem Deutschlands gerade auch für ältere Menschen.

In konkret formulierten Handlungsempfehlungen werden Materialien entwickelt, die innerhalb der Einrichtung als Handreichungen, z.B. für die Dokumentation, zur Verfügung stehen.

In einer Rückschau auf Gedanken, welche von Gruppenteilnehmern zu Beginn der Seminare zum Thema geäußert wurden, werden Veränderungen bezüglich ihrer Bewertungen und Kenntnisse deutlich gemacht, sowie die Erfüllung eigener Erwartungen überprüft.